Erstmals durften die Jugendlichen aus den Bezirken München-Nord, München-Süd und Rosenheim gemeinsam Entschlafenen Gottesdienst erleben. Diesen feierte Bezirksevangelist Marco Faulenbach, am Sonntag, den 01.03.2026 in der Gemeinde Gilching.
Das Textwort, das diesem Gottesdienst zu Grunde lag, steht im 1. Petrus 2,21: „Denn dazu seid ihr berufen, da auch Christus gelitten hat für euch ein Vorbild hinterlassen, dass ihr sollt nachfolgen seinen Fußstapfen.“
In der Predigt des Bezirksevangelisten stand immer wieder der irdische Abschied geliebter Menschen und wie wir diese im Jenseits wiedererkennen, im Vordergrund:
Was passiert, wenn wir unsere Liebsten nie wieder in den Arm nehmen können? Wenn es uns nicht mehr möglich ist, ihnen in die Augen zu schauen und mit ihnen zu sprechen? Für uns als Hinterlassene ist das schwer. Doch die Hoffnung auf ein Wiedersehen bleibt! Aber wie erkennen wir unsere Lieben wieder, wenn das Äußerliche auf Erden bleibt? Während wir Menschen oft auf unser Aussehen fokussiert sind, uns in sozialen Netzwerken oder auf anderen Plattformen „präsentieren“, misst unser himmlischer Vater mit ganz anderen Maßstäben. Für ihn ist jede Seele gleich viel wert. Wir werden mehr als nur unsere menschlichen Sinne besitzen. Diese werden Geist und Seele unserer Nächsten wiedererkennen.
In diesem Zug wurde nochmals betont, immer wieder aktiv die Verbindung zu Gott zu suchen, denn: „Glauben bedeutet Freiheit“.
„Jesus ist FÜR uns und VOR uns!“
„Glaube muss nicht immer groß sein.“, hier bezog sich Bezirksevangelist Faulenbach auf ein Beispiel des Stammapostelhelfers Mutschler, der von den vielen kleinen „Senfkornmomenten“ sprach. Es geht nicht um große Gesten, sondern um die kleinen Momente in unserem Alltag, die unseren Glauben ausmachen.
Der mitdienende Priester, Clemens Günther, unterstrich diesen Gedanken mit Beispielen des Alltags, die manchmal vielleicht ganz klein scheinen (wie ein Senfkorn), tatsächlich aber große Wirkung haben.
Vorbereitung auf das Heilige Abendmahl
Zur Vorbereitung auf das Heilige Abendmahl erinnerte der Bezirksevangelist an das Opfer Jesu, das er für uns alle gebracht hat. Dass Jesu durch seine Liebe, selbst Paulus, der mit aller Kraft gegen Gott arbeitete, Gnade schenkte und ihn auf den rechten Weg lenkte. Jedes Mal wenn wir Heiliges Abendmahl empfangen, empfangen wir ein Teil Jesu Liebe, die wir als Christen weitertragen.
Der Übergang zum Abendmahl für Verstorbene wurde durch den Chor mit dem Lied „Ich hab ein Heim“ begleitet. Zwischen der ersten und zweiten Strophe des Musikstückes wurden einige Zettel mit Namen bereits Verstorbener, aus einer Truhe vorgelesen. Diese Truhe hatte die Jugend des Bezirks München-Süd im Rahmen der letzten Jugendstunde vorbereitet und jeder der wollte konnte vor dem Gottesdienst einen Zettel hineinlegen. Dieser emotionale Moment Sorge für reichlich Gänsehaut, und auch bei den Amtsträgern blieb kein Auge trocken.
Mit dem Lied „Mögen sich die Wege vor deinen Füßen ebnen“ klang der Gottesdienst aus. Auch beim Verabschieden konnte man die emotionale Stimmung und die herzliche Unterstützung eines jeden Einzelnen noch deutlich spüren.
Text: M. Bornemann
Bild: L. Nöding