Ein Gottesdienst im Zeichen von Trauer und Trost: Bezirksevangelist Ländle stellte die Botschaft in den Mittelpunkt, dass das Heil aus Jesus Christus allen Seelen gilt – den Lebenden wie den Toten. Zugleich durfte die Gemeinde Gräfelfing drei neue Gemeindehelfer begrüßen.
An diesem Sonntagmorgen leitete Bezirksevangelist Ländle einen besonderen Gottesdienst in der Gemeinde Gräfelfing – geprägt von Trauer und Trost und gekrönt von der Vorstellung dreier neuer Gemeindehelfer.
Schon zwei Lieder ließen die tiefe Bewegung dieses Sonntagmorgens spürbar werden. Das Eingangslied „Brich herein, süßer Schein selger Ewigkeit" war ein Aufruf an die Seelen im Jenseits und an uns selbst, das Heil aus Jesus Christus zu ergreifen und dafür das Unwichtige zurückzustellen. In dieselbe Richtung wies die Einladung des Chores mit dem Lied „Kommt herzu, erlöste Seelen": Alle Seelen sollten Teil der Abendmahlsgemeinschaft werden.
Bezirksevangelist Ländle nahm dieses Chorlied auf, denn die Einladung galt allen Seelen im Jenseits – gleich, ob schon lange in der Ewigkeit oder erst seit Kurzem. Einen besonders tiefen Impuls gab dabei ein Ereignis vom Vortag: Eine kleine Abordnung der Gemeinde Gräfelfing hatte ihren Priester Bernd Störzel im 400 Kilometer entfernten Annaberg im Erzgebirge zu Grabe getragen. Für viele Geschwister war fühlbar, dass nicht nur der verstorbene Priester, sondern eine große Zahl an Seelen aus dem Jenseits zugegen war – ein großer Trost angesichts der Trauer, die noch am Vortag so offenbar gewesen war.
Von dort leitete der Bezirksevangelist über zum Textwort aus 1. Petrus 4, 6: „Denn dazu ist auch den Toten das Evangelium verkündigt, …". Der Petrusbrief beschreibt, wie Jesus nach seiner Kreuzigung in das Totenreich hinabstieg, um den Seelen, die zu Noahs Zeiten ungehorsam gewesen waren, das Evangelium zu predigen. Für das Totenreich, so führte er aus, gibt es unterschiedliche Übersetzungen: Unterwelt, Hölle, Bereiche der Dunkelheit. Doch Jesus ging dorthin, um den Seelen das zu verkündigen, was ihnen zum Heil dient: das Evangelium, das im Neuen Testament überliefert ist und seine tiefe Bedeutung im Opfertod Jesu findet. Denn aus Liebe zu allen Menschen ist Jesus am Kreuz gestorben – „niemand hat größere Liebe als der, der sein Leben gibt für seine Freunde". Durch diesen Opfertod kann allen Seelen Vergebung der Sünden zuteilwerden, den Lebenden wie den Toten. Verkündigt wird dieses Evangelium heute vom Apostelamt, von lebenden Aposteln, die in der Neuapostolischen Kirche wirken – eine Botschaft, die auch wir Lebenden gegenüber unseren Nächsten vertreten können.
Damit das Evangelium seine Wirkung entfaltet, muss jede Seele an Jesus glauben. Dass dies nicht immer leichtfällt, verdeutlichte der Bezirksevangelist an einer Szene aus dem Evangelium: Als Jesus seinen Jüngern versprach, er werde gehen, um ihnen die Stätte zu bereiten – „und wo ich hingehe, dahin wisst ihr den Weg" –, antwortete Thomas: „Herr, wir wissen nicht, wo du hingehst; wie können wir den Weg wissen?" Darauf bekundete Jesus: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich." Aus dieser göttlichen Gesetzmäßigkeit wird heute unzählbaren Scharen aus der jenseitigen Welt, die zum Glauben gefunden haben, das Heil aus Jesus Christus möglich.
Neben dem Wort des Evangeliums sind die Sakramente grundlegend: Durch die Heilige Wassertaufe und die Heilige Versiegelung werden die Seelen in die Nähe Gottes zurückgeführt und die Wiedergeburt aus Wasser und Geist wird möglich. Und in der Entgegennahme des Heiligen Abendmahls werden Lebende wie Tote in der Lebensgemeinschaft mit Jesus gestärkt.
Vorbereitet wurden die Predigtbeiträge des Vorstehers Pr. Engert und des Pr. Bauer durch ein Sopran-Solo des Liedes „Ewigkeit mir still vertraut" sowie das Lied „Die Erlösten wiedersehen, […] Ich hab ein Heim in Gottes Reich, hab eine Stätte hell und schön, bereitet selbst von meinem Herrn, wo ich einst Jesum werden sehn". Beide bestärkten den Glauben, dass das Jenseits kein höllischer, dunkler Ort ist, an dem die Seelen isoliert sind, sondern ein Ort, an dem sie Wort und Sakramente empfangen und auf den großen Tag des Herrn warten dürfen.
Einen besonderen Segen erfuhr die kleine Schar der Gemeinde Gräfelfing, als der Bezirksevangelist mit Schwester Susann Gubisch und den Brüdern Arndt Mangold und Stefan Wolfert drei neue Gemeindehelfer vorstellte – wobei die Betonung bewusst auf der Vorstellung lag, im Unterschied zur Ordination oder Beauftragung. In einem besonderen Gebet rief er den Segen Gottes für die drei Gemeindehelfer und damit für die ganze Gemeinde herab. Denn auch für sie gilt der Grundsatz: Alles, was zu tun ist, kann nur mit Jesus getan werden.
Eine kurze Anekdote zum Abschluss: Unter den Geschwistern entspann sich noch eine leidenschaftliche Diskussion – schließlich lautet das altgriechische Wort für „Diener, Helfer, Bote" der „diakonos" ;-)
Text / Bilder: NAK Gräfelfing