Am Mittwoch, den 8. Oktober 2025, besuchte Bezirksapostelhelfer Martin Rheinberger die Neuapostolische Kirche Weilheim. Zu diesem besonderen Abendgottesdienst waren die Gemeinden Peiting, Garmisch-Partenkirchen, Murnau und Starnberg eingeladen.
Rund 190 Gläubige kamen zusammen, um den Gottesdienst mitzuerleben. Der Abend stand unter dem Bibelwort aus Psalm 19,2: „Die Himmel erzählen die Ehre Gottes, und die Feste verkündigt seiner Hände Werk.“ Bezirksapostelhelfer Rheinberger sprach in seiner Predigt über die Größe und Beständigkeit Gottes. So wie der Mond das Licht der Sonne widerspiegelt, auch wenn sie selbst nicht sichtbar ist, zeuge auch das Wort Gottes von seiner Gegenwart – gerade dann, wenn man sie im eigenen Leben nicht spürt.
Er führte an, dass es im Leben Zeiten geben kann, in denen alles dunkel und hoffnungslos wirkt. Doch selbst dann bleibt Gottes Wort ein Licht, das uns den Weg weist und uns daran erinnert, dass Gott immer gegenwärtig ist und uns als liebevoller Vater beisteht. Christus ist der Felsgrund des Lebens. Wie die Emmausjünger lernen mussten, dass Jesu Sendung nicht auf das Irdische begrenzt ist, sondern die Erlösung aller Menschen umfasst, so sollen auch wir erkennen, dass Christus nicht nur gekommen ist, um uns „aus der Patsche“ zu helfen, sondern um uns zu erlösen.
Ausgehend vom ersten Glaubensartikel erinnerte der Bezirksapostelhelfer daran, dass Glaube keine Frage des Wissens, sondern des Vertrauens ist. „Wir müssen Gott mehr vertrauen als unserem Wissen“, betonte er. „Das fällt nicht immer leicht, wo wir doch so viel gelernt und erfahren haben.“ Auch Hiob habe Antworten auf sein Leid gesucht und schließlich gelernt, in Demut zu schweigen und Gottes Größe anzuerkennen. Diese Haltung der Demut öffnet den Raum für inneren Frieden. „Manchmal erwarten wir, dass Gott unsere Gebete gefälligst erhört. Aber es ist klüger, in Demut zu beten: Nicht mein, sondern dein Wille geschehe.“
Ein weiterer Gedanke des Gottesdienstes war, dass Gott auch heute noch schöpferisch tätig ist. Er hat sein Werk nicht abgeschlossen, sondern schafft weiterhin Gutes – und lädt uns ein, daran mitzuwirken. „Weil wir Kinder Gottes sind, wollen wir tun, was er tut: dem Bösen das Gute entgegensetzen“, sagte der Bezirksapostelhelfer. „Es ist Zeit, Gutes zu tun.“ Dabei gehe es nicht darum, sich alles gefallen zu lassen. Auch Jesus habe sich nicht widerspruchslos behandeln lassen, sondern in Liebe und Klarheit reagiert. „Er hat dem Bösen das Gute entgegengesetzt – selbst am Kreuz.“ Vergebung und Versöhnung sind Ausdruck dieses göttlichen Prinzips. Wir vergeben immer wieder, weil Gott uns immer wieder vergibt. Und wir streben nach Einssein, weil Christus es sich für seine Gemeinde wünscht. Das bedeutet, miteinander Gottes Willen tun zu wollen.
Bezirksapostelhelfer Rheinberger griff das Bild der Quelle auf, das Apostel Andreas Sargant in seinem Mitdienen erwähnt hatte, und erinnerte an die Begegnung Jesu mit der Frau am Jakobsbrunnen. Ihr habe Jesus zugesagt, dass auch sie selbst zur Quelle werde, wenn sie von seinem Wasser trinke. Auch wir können zur Quelle werden, indem wir Trost spenden, Hoffnung weitergeben und Liebe leben. Diese Kraft kommt aus der Gemeinschaft mit Christus, die in jedem Gottesdienst erneuert wird. „Wenn wir die Hostie empfangen, macht es nicht ‚bumm‘ und wir sind neue Menschen“, fügte er mit einem Schmunzeln hinzu, „aber wir empfangen Kraft – Kraft, dem Bösen das Gute entgegenzusetzen.“
Musikalisch wurde der Gottesdienst vom Chor aus allen eingeladenen Gemeinden gestaltet. Unter der Leitung von Priester Markus Ländle trugen die Sängerinnen und Sänger durch ihre klangvollen Beiträge maßgeblich zu einer festlichen und zugleich besinnlichen Atmosphäre bei. Mit herzlichen Worten dankte der Bezirksapostelhelfer allen Mitwirkenden und der gastgebenden Gemeinde. Viele Gläubige nahmen aus diesem Abend die Zuversicht mit, dass Gott in allen Lebenslagen gegenwärtig bleibt, sein Werk fortsetzt und uns die Kraft gibt, dem Guten Raum zu geben. „Gott hat in uns das gute Werk begonnen – und er wird es auch vollenden."
Text / Bilder: NAK Weilheim