Vier christliche Gemeinden, ein Geist: In Grafing wurde am Pfingstmontag, dem 09. Juni 2025, ein bewegender ökumenischer Gottesdienst gefeiert – mit einer Predigt, die berührte, und einem Fest, das verbindet. Ein starkes Zeichen für gelebte Einheit im Glauben.
Pfingstmontag in Grafing – das bedeutete auch in diesem Jahr wieder: gelebte Ökumene. Vier Gemeinden, die Evangelische, die Katholische, die Neuapostolische Kirche und die Siebenten-Tags-Adventisten, hatten sich unter dem Dach der ACK (Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen) zusammengefunden, um gemeinsam einen Gottesdienst mit anschließendem Gemeindefest zu feiern. Rund 120 Gläubige versammelten sich dazu in der katholischen Pfarrkirche St. Ägidius. Pünktlich um 10 Uhr zogen die vier Geistlichen feierlich in das Gotteshaus ein. Begleitet vom Orgelspiel und dem Lied „Kommt herbei, singt dem Herrn“ begann ein Gottesdienst, der mehr war als nur eine ökumenische Geste – es war ein Fest des gemeinsamen Glaubens.
Nach der liturgischen Eröffnung durch die katholische Dekanatsreferentin Anja Sedlmeier stimmte die evangelische Pfarrerin Ghita Lenz-Lemberg in das Pfingstgeschehen ein. Die Kyrie, das frei gesprochene Tagesgebet von Priester Jens Böhm (Neuapostolische Kirche) sowie die Lesungen – unter anderem aus Römer 8 und Matthäus 16 – vertieften die feierliche Atmosphäre. Besonders bewegend war die Predigt von Pastorin Heidemarie Klingenberg (Siebenten-Tags-Adventisten), die vom Mut im Glauben, von Angstfreiheit und von Gottes Liebe zu jedem Einzelnen sprach. Mit starken Bildern und persönlichen Bezügen griff sie den Satz „Do bin i dahoam!“ auf, den Ministranten zu Beginn formuliert hatten – und schloss damit einen Kreis, der mitten ins Herz traf.
In einem Moment gelebter Einheit sprach die Gemeinde gemeinsam das Nizänische Glaubensbekenntnis. Die vier Fürbitten wurden von Mitgliedern jeder Gemeinde vorgetragen, das Vaterunser im gemeinsamen Handhalten unterstrich den verbindenden Charakter. Als Abschluss erklang aus voller Kehle das Lied „Wenn Menschen sich vergessen, die Wege verlassen und neu beginnen“. Der Segen durch alle vier Geistlichen war ein starkes Zeichen für die Kraft der Ökumene.
Nach dem Gottesdienst ging es unter besten Vorzeichen in das Gemeindefest über. Ein engagiertes Team rund um Sven Pödtke – unterstützt von seiner ganzen Familie – hatte für das leibliche Wohl gesorgt: fränkische Bratwürste, Salate, Kuchen und Kaffee in großer Vielfalt machten das Fest auch kulinarisch zu einem vollen Erfolg. Die Gemeinschaft blieb spürbar, nicht nur im Gespräch, sondern auch im gemeinsamen Lachen, Essen und Feiern. Ein besonderer Dank gilt allen Helferinnen und Helfern, die durch Organisation, Mithilfe oder Kuchenspende diesen Tag möglich gemacht haben.
Ein Pfingstmontag, der einmal mehr zeigt: Die Vielfalt der Konfessionen trennt nicht – sie bereichert. Gott sei Dank!
Text: VN / Bilder: RZ, MN, VN