Der ökumenische Arbeitskreis Schongau lud die Gläubigen aus Schongau und Peiting zur Gebetswoche zur Einheit der Christen 2025 ein. In der dritten Januarwoche fanden mit sechs verschiedenen Konfessionen gemeinsame Andachten und ein Abschlussgottesdienst statt.
Eine Woche lang sollten die Teilnehmer erkunden, wie in den verschiedenen Konfessionen in Schongau und Peiting der christliche Glaube gelebt wird, um dadurch die Einheit der Christen zu stärken. Die Andacht in der Neuapostolischen Kirche am 21. Januar leitete Bezirksältester i.R. Fritz Schönenborn. Er stellte mit den Fragen „Wer sind wir? – Was tun wir? – Was glauben wir?“ die Vision und Mission der Neuapostolischen Kirche vor und gab einen Einblick in das Leben der Kirchengemeinde.
Robert Marten erfreute die Zuhörer mit einem Orgelstück von Johann Sebastian Bach.
Anschließend ging Fritz Schönenborn auf ein Thema der von der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) zur Verfügung gestellten biblischen Tagesmeditationen ein:
„Warten auf das Reich Gottes und das Leben der kommenden Welt – Sind wir bereit für die Wiederkunft des Herrn? Wie bereiten wir uns darauf vor?“
Fritz Schönenborn zitierte dazu in Auszügen das Grußwort von Erzpriester Radu Constantin Miron (Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland) vom Kirchentag 2024 der Neuapostolischen Kirche Süddeutschland. Miron forderte in seinem Grußwort zur gemeinsamen Wachsamkeit für die Wiederkunft des Herrn auf.
Apostel i.R. Manfred Schönenborn war ebenfalls unter den Zuhörern in Peiting und berichtete von einer berührenden persönlichen Erfahrung aus einer ökumenischen Besprechung, die er als Ökumenebeauftragter der Gebietskirche Süddeutschland besuchte. Eine junge Frau erzählte, dass sie jeden Abend vor der Nachtruhe aus dem Fenster schaue und sage: „Lieber Gott, heute bist du nicht gekommen. Kommst du vielleicht heute Nacht?“ Am Morgen blicke sie erneut hinaus und sage: „Lieber Gott, diese Nacht bist du nicht gekommen. Kommst du vielleicht heute?“
Abschließend stellte Fritz Schönenborn das Jahresmotto 2025 der Neuapostolischen Kirche „Es ist Zeit, Gutes zu tun“ in den Mittelpunkt. Im Galaterbrief (6, 9–10) fordert Apostel Paulus auf, sich Zeit zu nehmen, ja, aktiv nach Gelegenheiten zu suchen, um Gutes zu tun. Dies, so Fritz Schönenborn, sei die aktive Vorbereitung auf die Wiederkunft des Herrn.
Mit dem gemeinsam gesungenen Lied „Der Tag, mein Gott, ist nun vergangen“ und vielen anregenden Gesprächen ging die Abendandacht in der Neuapostolischen Kirche zu Ende.
Der ökumenische Abschlussgottesdienst fand am 26. Januar in der Freien Evangelischen Gemeinde statt. Er wurde unter Beteiligung der katholischen, evangelischen, freien evangelischen und neuapostolischen Kirche sowie der Gemeinschaft der Quäker gefeiert. Die Predigt hielt der katholische Stadtpfarrer Dr. Ulrich Manz.
Unter dem Motto „Glaubst du das?“ stand das Zwiegespräch zwischen Jesus und Martha über Tod und die Auferweckung des Lazarus im Mittelpunkt. In seiner Predigt lud Dr. Manz die Gemeinde ein, die ökumenische Initiative im Raum Schongau-Peiting verstärkt mit Leben zu erfüllen. Abschließend trug die Gemeinde gemeinsam das Glaubensbekenntnis von Nizäa-Konstantinopel vor.
Text: FS / Bilder: DH