In der voll besetzten neuapostolischen Kirche Peiting kam bei einem Benefizkonzert zugunsten des Nepalhilfe-Vereins Beilngries ein stattlicher Betrag zusammen – und das, obwohl kurz zuvor ein Krankheitsausfall einen „Plan B“ nötig gemacht hatte.
Punkt 18 Uhr begann am Sonntag, 18. Oktober 2026, das Benefizkonzert in der mit 250 Anwesenden voll besetzten neuapostolischen Kirche in Peiting zugunsten des Nepalhilfe-Vereins Beilngries. Das erste Lied des Chores, „Gib mir etwas mehr Glauben“ von Jeremy Dawson, sprach zur Sache, denn kurz vor der letzten Stellprobe musste wegen eines Krankheitsausfalls ein Plan B kreiert werden. So improvisierte der stellvertretende Bezirksvorsteher Roland Ländle Einführung und Begrüßung, gefolgt von einem weiteren Chorvortrag: „Meine Seele ist stille in dir“. Zu Stille rief Ländle nach einem kurzen Fürbittgebet alle Anwesenden auf und bat um eine Schweigeminute im Gedenken an alle Nepalopfer der letzten Flutkatastrophen.
Es folgten abwechselnd Vorträge von gemischtem Chor und Orchester: teils Ausdruck von Glaubensgewissheit – „Dann ist mein Gott stets mir nah“, „Herr, Gott, du bist unsre Zuflucht“ –, teils die Bitte um Beistand: „Weise mir, Herr, deinen Weg“. Kurz vor der Pause stellte Herbert Zimmert – im authentischen Nepal-Look – erst sich selbst als Vereinsmitglied und dann die Arbeit der Nepalhilfe vor, die inzwischen auf 30 Jahre aktiver Hilfstätigkeit zurückblicken kann. Gegründet von vier Polizisten, in enger Verbindung zu Peitings Hochalpinisten Michl Dacher, sind inzwischen 30 Schulen und ein Waisenhaus für Kinder in Nepal entstanden. Mit Witz und Humor schilderte Zimmert die Situation der Kinder vor Ort: „Sie gehen gern in die Schule – vielleicht a bisserl anders als bei uns – und sie müssen dazu oft lange und gefährliche Wege zurücklegen.“ Nach dem schweren Erdbeben 2015 mussten viele Einrichtungen neu aufgebaut werden.
Die Arbeit des Vereins finanziert sich ausschließlich durch Spenden, teils durch den Verkauf des alljährlich erscheinenden Kalenders, teils durch Erlöse aus Veranstaltungen und Vorträgen. „Jeder Euro kommt an“, versprach Zimmert, der Nepal selbst einige Male bereiste. So freue man sich natürlich über jede Form von Unterstützung und habe die Idee, ein Benefizkonzert zugunsten des Vereins zu realisieren, besonders gut gefunden. Auch der Kalender 2027 sei bereits verfügbar, warb Zimmert und spornte das Auditorium mit einem Augenzwinkern an: „Ein weiser Mann sagte einmal: ‚Man muss nix hören, wenn die Box gefüllt wird.‘“ In der Konzertpause konnten sich Gäste und Gemeindemitglieder beim Ehepaar Zimmert weiter informieren und sich mit einem Umtrunk und kulinarischen Köstlichkeiten stärken.
Im zweiten Teil des Konzerts sprach Peitings Bürgermeister Peter Ostenrieder anerkennende Worte für Initiative und Durchführung der Veranstaltung aus. „Ich fand es heute Abend einfach erquickend“, lobte er. Er zeigte sich begeistert über Engagement und Leistung der Musiker, die immerhin ein gutes halbes Jahr geübt hatten. Tröstend meinte er, er habe kürzlich eine Studie gelesen, nach der Menschen, die etwas für andere tun, länger leben würden. Das seien doch Aussichten! Ernsthaft riet er, vereint unter dem christlichen Symbol des Kreuzes sei es wichtig, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und christliche Nächstenliebe ohne Geltungssucht zu praktizieren – einfach, wie zu Konzertbeginn besungen: „Meine Seele ist stille in dir“.
Roland Ländle beendete die Veranstaltung mit einem Gebet, doch viele gingen nicht gleich. Es folgten noch teils intensive Gespräche in gelöster Atmosphäre, und auch die Interpreten fanden Gelegenheit, sich am restlichen Büfett zu stärken. Die Organisatoren und Vereinsmitglieder zählten inzwischen den Erlös der musikalischen Initiative: mit rund 3.700 Euro ein mehr als respektables Ergebnis! „Damit können wir wirklich etwas anfangen, das ist toll!“, freuten sich beide Zimmerts.
Text / Bilder: NAK Peiting