Am 6. September 2026 feierte Bischof Paul Hepp mit den in Unterhaching versammelten Nachbargemeinden Gottesdienst. Im Mittelpunkt: das biblische Bild der unter Tränen ausgebrachten Saat – und ein besonderer Segen zur Eisernen Hochzeit.
Zu Beginn griff der Bischof das Lied des Chores auf, in dem es unter anderem hieß: „Schön, dass wir einander haben." Er stellte der Gemeinde die Frage, ob dies wirklich so sei – und erhielt aus den Reihen der Kinder ein spontanes, deutliches „Ja". In vertiefenden Gedanken sprach er über die Unterschiede innerhalb der Gemeinde und knüpfte an das Bild der Blumenwiese an, das der Stammapostelhelfer an Pfingsten in seinem Predigtbeitrag aufgegriffen hatte: Jeder bringt seine eigene Schönheit ein und dient so dem Gesamtbild.
In der Auslegung des Bibelwortes aus Psalm 126,5.6 erläuterte der Bischof die Bedeutung der Tränen, die bei der Aussaat vergossen werden. In biblischer Zeit – und lange darüber hinaus – mussten oft die letzten Körner, die noch zu Brot hätten verarbeitet werden können, ausgesät werden, um auch im Folgejahr Nahrung zu haben. Zudem war die Aussaat ohne Maschinen harte Arbeit, und mitunter wurde das Saatgut nach der Aussaat durch Feinde oder Tiere entwendet.
Im Transfer auf das Glaubensleben verwies der Bischof auf Jesus, der ebenfalls unter Tränen das Evangelium verkündet und am Ende den Tod erlitten habe. Er erinnerte an die Momente, in denen Jesus um den verstorbenen Lazarus weinte, ihn danach aber aus dem Tod herausrief. Auch über Israel habe der Herr geweint – und dennoch den Sieg für die Menschheit errungen. In einem Predigtbeitrag berichtete Bezirksvorsteher Rouven Angermann von der Kapelle im Garten Gethsemane, in der der betende, weinende Jesus liegend auf einem Stein eingemeißelt ist.
Nach der gemeinsamen Feier des Heiligen Abendmahls mit den Geschwistern aus Ottobrunn und Berg am Laim spendete der Bischof den Geschwistern Kerkhoff den Segen zur Eisernen Hochzeit. Er ging dabei auf den langen gemeinsamen Lebensweg der beiden ein: Vor 65 Jahren sei sicherlich nicht absehbar gewesen, dass sie einmal von Gütersloh nach Unterhaching ziehen und nach 65 Jahren gemeinsam erneut vor dem Alter stehen würden. Doch sie hätten ihr Trauwort im Glauben angenommen und darauf vertraut, dass „er es wohlmachen wird". Dieses Vertrauen und ihre tiefe Dankbarkeit seien ein schönes Vorbild – und so dürften sie erhobenen Blicks, weil sie weiterhin auf Jesus schauen, in Demut weitergehen, gestärkt und gesegnet vom ewigen Gott.
Im Anschluss an den Gottesdienst waren alle noch zu einem gemütlichen Beisammensein eingeladen.
Text / Bilder: NAK Unterhaching