Am Mittwoch, den 25. Februar 2026, feierte Bischof Hepp in Weilheim einen Gottesdienst vor über 60 Teilnehmern, zu dem neben der örtlichen Gemeinde auch die Gemeinde Starnberg eingeladen war.
Dem Gottesdienst legte Bischof Paul Hepp das Bibelwort aus Jesaja 37, 20 zugrunde:
„Nun aber, HERR, unser Gott, errette uns aus seiner Hand, damit alle Königreiche auf Erden erfahren, dass du allein der HERR bist!“
Zunächst ging Bischof Hepp auf das Lied der Sänger ein, die mit der Zeile „Herr, wir bitten komm und segne uns, lege auf uns deinen Frieden“ den Gottesdienst eingeleitet hatten. Er betonte, dass Segen nicht an Äußerlichkeiten wie Gesundheit, Reichtum oder Wohlergehen festzumachen sei. Würde man dies tun, müssten im Umkehrschluss alle Menschen, denen es nicht gut geht, als verflucht gelten. Segen sei jedoch in erster Linie das Wissen: Gott liebt mich. Dieser Segen zeige sich im Frieden Gottes, wie es auch im Lied besungen wurde.
Anschaulich schilderte der Bischof den Kontext des Bibelwortes: König Hiskia hatte vom König der Assyrer einen Brief mit massiven Drohungen erhalten. Voller Sorgen ging er in den Tempel und breitete diesen Brief vor Gott aus – obwohl Gott den Inhalt bereits kannte. Dabei ging es Hiskia nicht vorrangig um das eigene Wohlergehen, sondern darum, die Ehre Gottes zu mehren.
Auch wir dürfen mit all unseren Problemen vor Gott kommen und sie vor ihm ausbreiten, sei es im Gottesdienst oder im „stillen Kämmerlein“. Wichtig sei dabei, Gott die Art seiner Hilfe nicht vorzuschreiben. „Unsere Gebete sind kein Wunschkonzert, sondern Ausdruck unseres Vertrauens zu Gott“, so der Bischof.
Priester Schnackenberg, Vorsteher der Gemeinde Peiting, unterstrich diese Gedanken in seinem Predigtbeitrag. Er verwies auf das Erlebnis des Petrus, der auf das Wort Jesu hin im Maul eines gefangenen Fisches genau die Münzen fand, die zur Begleichung der Tempelsteuer nötig waren. Obwohl die Lösung des Problems für Petrus zunächst absurd erschienen sein mochte, tat er dennoch, was der Herr ihm aufgetragen hatte.
Der Gottesdienst verdeutlichte, dass der christliche Glaube kein starres Fordern an Gott ist, sondern ein tiefes Vertrauensverhältnis. Indem wir unsere Sorgen wie König Hiskia vor Gott ausbreiten und gleichzeitig – dem Beispiel von Petrus folgend – bereit sind, auch ungewöhnliche Wege zu gehen, erfahren wir den eigentlichen Segen: den Frieden Gottes, der uns unabhängig von äußeren Umständen durch das Leben trägt.
Text / Bilder: NAK Weilheim